EFBE Prüftechnik GmbH

EFBE Prüftechnik GmbH | Engineering for Bikes

EFBE. Der Standard für Sicherheit und Qualität am Fahrrad und E-Bike.

Seit 1995 ist EFBE ein führendes Prüflabor für mechanische Prüfungen von Fahrrädern und Komponenten. Unser Know-how findet sich in internationalen Sicherheitsnormen wieder und in unseren eigenen, strengen EFBE-Standards. Alle nach unseren Standards zertifizierten Rahmen und Komponenten garantieren Ihnen als Hersteller und den Radfahrern als Ihren Kunden höchstmögliche Sicherheit.

Unser Leistungsspektrum garantiert Ihnen und Ihren Kunden zertifizierte Sicherheit:

Prüfservice. So sichern Sie Qualität von Anfang an.

  • Sicherheitsprüfungen nach internationalen Sicherheitsnormen
  • Qualitätsprüfungen nach EFBE-Standards
  • Zertifizierung mit anerkanntem Prüfsiegel

Prüfstände. Prüftechnik für Ihre interne Qualitätssicherung.

Mit EFBE-Prüfständen kann nach ISO-, EN- oder EFBE-Standards zertifiziert geprüft werden. EFBE-Prüfstände sind weltweit bei führenden Fahrradherstellern im Einsatz. Bald auch bei Ihnen?

Prüfergebnisse. Kaufberatung für Sie als Fahrradkunden.

Sie möchten sich ein neues Fahrrad kaufen? Dann können Sie hier nachsehen, ob Ihr Wunschrad auch zertifizierte Sicherheit nach höchsten Standards garantieren kann. Hier finden Sie unsere Prüfergebnisse

EFBE Prüftechnik GmbH

EFBE. Eigentlich nur ein Prüfinstitut. Praktisch aber eine Sicherheitsinstitution.

Theoretisch sind wir nur ein Prüfinstitut, das Fahrräder und deren Komponenten mechanisch überprüft. Die Realität zeigt uns aber, dass wir schon ein bisschen mehr sind: Wir sind eine Art von »proaktivem Schutzengel« für den Fahrradfahrer. Wir sorgen dafür, dass er sich uneingeschränkt auf sein Fortbewegungsmittel verlassen kann und seine Gesundheit nicht gefährdet.

Gleichzeitig geben wir auch dem Hersteller die Sicherheit und das gute Gewissen, dass seine Produkte nach menschlichem Ermessen keine Gefahr für andere darstellen, sondern verlässlich Freude bereiten.

Neben unserer Funktion als Schutzengel sind und bleiben wir aber passionierte Ingenieure, die bei der Prüfung absolut relevante und valide Parameter setzen. Denn: kaputt bekommt man alles, das kann nicht das Ziel sein. Deshalb setzen wir mit Know-how und Erfahrung unsere Testkriterien so, dass sie realistisch sind – unter Einbeziehung des »vorhersehbaren Gebrauchs« und Überlastung jenseits des bestimmungsgemäßen Gebrauchs. Diese Prüfkriterien haben als so praxisrelevant erwiesen, dass sie zum Teil in europäische Sicherheitsnormen aufgenommen wurden, zum Teil de-facto Industriestandards gesetzt haben. Was uns ein bisschen stolz macht. Und den Fahrradfahrern das Radeln sicherer.

1. Ermüdungsprüfungen. Die Zeitmaschine für das Material.

Ermüdungsschäden sind besonders heimtückisch, da sie unter Umständen erst nach jahrelangem Gebrauch auftreten und mit plötzlichem Versagen schwere Unfälle verursachen können. Die EFBE-Ermüdungsprüfung fungiert wie ein Zeitraffer und simuliert den jahrelangen Gebrauch in kürzester Zeit. Bei diesen Tests wird untersucht, ob ein Bauteil häufigem, intensivem Gebrauch auf Dauer gewachsen ist. So erhalten Sie wichtige Erkenntnisse über Materialqualitäten und Dimensionierungen.

2. Prüfungen mit Maximallast. Die Realität im Prüflabor.

Die EFBE-Prüfung mit Maximallast gewährleistet, dass Sie sich auch bei maximal zulässiger Belastung auf der sicheren Seite befinden. Gerade bei Carbon, aber auch hochfesten metallischen Werkstoffen sind es vielfach singuläre Spitzenlasten, die über Bauteilversagen und schwere Folgeschäden entscheiden. Dazu wird das Bauteil in definierten Lastfällen statisch geprüft und die bleibende Verformung ermittelt. Eine wichtige Voraussetzung, um die Sicherheit Ihres Produkts bei bestimmungsgemäßen Gebrauch nachzuweisen.

3. Überlastprüfungen. Der unbestechliche Härtetest.

Was heutzutage mit Fahrrädern veranstaltet wird, hat häufig wenig damit zu tun, wie es früher einmal war – Stichworte Downhill, Gravity, Dirt, aber auch E-MTB und andere, teils schnelllebige Arten der Fortbewegung auf zwei Rädern. Wir prüfen, was Ihre Teile wirklich aushalten und testen, ob ein Bauteil einer kurzzeitigen Überlastung im Grenzbereich widersteht, ohne vollständig zu versagen. Irgendwann geht alles kaputt – wichtiger noch ist, dass Ihr Produkt auch bei »vorhersehbarem (Fehl-)Gebrauch« gutmütig versagt. Hier entscheidet sich, ob ein nie ganz auszuschließender Riss ein Garantiefall wird – oder ein Fall für Ihren Anwalt.

4. EFBE TRI-TEST. Die ultimative Prüfung.

Der EFBE TRI-TEST ist eine Eigenentwicklung, die sich an der harten Praxis orientiert und über die Normprüfung weit hinaus geht. Mit den drei Bausteinen Ermüdungsprüfung, Maximallastprüfung und Überlastprüfung wird in unterschiedlichen Lastfällen die Schädigung eines ganzen Fahrradlebens im Zeitraffer nachgebildet. Ein Rahmen zum Beispiel muss mindestens sieben Einzelprüfungen erfolgreich absolvieren, um mit dem EFBE TRI-TEST Prüfsiegel veredelt zu werden.

5. Steifigkeitsmessungen. Was Kunden und Tester wissen wollen.

Wir prüfen, wie stark ein Bauteil unter Belastung elastisch nachgibt (»flext«). Dazu wird das Bauteil in definierter Weise belastet und gleichzeitig die Verformung ermittelt. Die Ergebnisse der nicht-zerstörenden Steifigkeitsmessungen gelten als Indikator für die Fahrstabilität und Effizienz eines Fahrradrahmens, können Serienstreuungen aufdecken und Schäden an Carbon-Bauteilen identifizieren.

EFBE Prüftechnik GmbH

Gründe, warum weltweit führende Hersteller EFBE vertrauen.

Grundvoraussetzung Wissenschaftlichkeit.

Grundsätzlich werden nur solche Prüfverfahren eingesetzt, die den Anforderungen an einen wissenschaftlichen Test genügen, d.h. Validität, Reproduzierbarkeit und Objektivität des Verfahrens müssen gewährleistet sein. Die anschaulichste Testmethode ist nicht unbedingt die aussagefähigste. Dauerlaufprüfungen des gesamten Fahrrads auf Rollenprüfständen führen wir z.B. nicht durch. Für den EFBE TRI-TEST legen wir hier besonders strenge Maßstäbe an.

Transparenz des Verfahrens.

Bei den angewendeten Prüfmethoden handelt es sich nicht um »Geheimwissenschaft«, hier herrscht Transparenz. Unsere Methoden werden und Anforderungen legen wir offen, Prüflinge und Prüfergebnisse werden sauber und aussagekräftig dokumentiert. EFBE arbeitet nach den Qualitäts-Management-Prinzipien von DIN EN ISO/IEC 17025 für Prüflaboratorien.

Präzision durch Mess- und Regeltechnik.

Es ist eine Eigenart von Ermüdungsprüfungen, dass kleine Abweichungen bei der Bauteilbelastung zu sehr großen Unterschieden bei der erreichten Lastwechselzahl führen. Nur wenn die Prüfkräfte exakt eingehalten werden, erhält man aussagefähige und reproduzierbare Ergebnisse. Bei EFBE wird jede einzelne Prüfkraft hochauflösend gemessen, und Abweichungen vom Sollwert werden aktiv nachgeregelt. So können auch kleine Änderungen, z.B. im Carbon-Layup oder geänderte Schweißfolgen, miteinander verglichen werden.

Ergebnis-Bewertung.

Wo ein Benchmarking sinnvoll und möglich ist, erhält der Auftraggeber zusammen mit dem Prüfbericht eine Bewertung, die die Ergebnisse vergleichbarer Produkte in anonymisierter Form wiedergibt. Auf diese Weise profitiert der Kunde vom EFBE-Erfahrungsschatz aus 20 Jahren und vielen Tausend Prüfungen.

Internet-Veröffentlichung.

Bei erfolgreich absolviertem TRI-TEST kann das Ergebnis auf unserer Website veröffentlicht werden. Zertifizierte Rahmen sind durch das entsprechende Prüfsiegel hervorgehoben.

Einige unvollständige Referenzen.

Acros, Apollo Bike, Astro Engineering, Batavus, Bergamont, Bulls, Carver, Drössiger, DT Swiss, Gazelle, Ghost, Giant, Hartje, Paul Lange, Kalloy, Lightweight, Pegasus, Postmoderne, Reverse, Rotor, Scott, Simplon, Solid Bikes, Sparta, SRM, Storck, THM, TTC, Tune, Wert Cycling, Winora, Yeti, ZEG.

EFBE Prüftechnik GmbH

Bevor es die Gesundheit eines Radlers gefährdet, machen wir es lieber kaputt.

EFBE prüft Fahrradrahmen und Komponenten nach präzisen Standards – nach nationalen und internationalen Sicherheitsnormen sowie den wesentlich strengeren und praxisnäheren EFBE-eigenen Standards. Aus unserer langjährigen Erfahrung wissen wir, worauf es bei den Prüfungen wirklich ankommt. So können wir im Labor exakt Schadensbilder produzieren und reproduzieren, die im Gebrauch auftreten werden oder auftraten. Beinahe wahrsagerische Qualitäten – aber faktisch nur ein Beweis dafür, wie nah unsere Prüfungen an der Praxis im Feld sind.

Die sicherheitsrelevanten Bauteile werden im EFBE-Labor standardmäßig geprüft, weitere Tests bieten wir auf Nachfrage gerne an.

Unsere Prüfstände simulieren Straßen, Trails und Downhill-Strecken. Und auf Wunsch auch Übergewicht:

1. Rahmen

Die Pioniere der Rahmenprüfung bieten die Standardprüfungen nach internationalen Normen, den anerkannten EFBE TRI TEST und eine Reihe von Zusatzprüfungen, z.B. für vollgefederte Fahrräder und E-Bikes, Gravity-Bikes und vieles mehr. Zum Prüfauftrag »Mechanische Prüfung von Fahrradrahmen« …

2. Gabel

Europäische und internationale Normen und der EFBE-eigene TRI-TEST gewährleisten Sicherheit – vom Bahnrad bis zum Gravity-Bike. Zum Prüfauftrag »Mechanische Prüfung von Fahrradrahmen mit Gabel« sowie »Mechanische Prüfung von Fahrradgabeln« …

3. Lenker und Vorbaueinheit

Normprüfungen und EFBE TRI TEST für Sicherheit und Leichtbau am Cockpit. Zum Prüfauftrag »Mechanische Prüfung von Fahrradlenker mit Vorbau« …

4. Sattelstütze

Für Kinder- und Jugendräder, City- und Trekkingbikes, MTB und Rennräder und nach den europäischen, internationalen oder EFBE-Prüfstandards. Zum Prüfauftrag »Mechanische Prüfung Fahrradsattelstütze« …

5. Antriebseinheit

Kurbelprüfung nach EN 14764, 14765, 14766, 14781, ISO 4210 und dem praxisnäheren EFBE TRI TEST Standard. Zum Prüfauftrag »Mechanische Prüfung Fahrradantrieb« …

Andere Baugruppen und Komponenten

Sättel, Pedale etc. – sprechen Sie uns an, wir bieten Ihnen gern eine Lösung an.

EFBE Prüftechnik GmbH

Finden Sie selbst heraus, was Ihre Produkte aushalten – bevor es ein Kunde unfreiwillig tut.

EFBE-Prüfstände für Ihre Qualitätskontrolle.
In allen Segmenten des Fahrradmarktes wächst die Bedeutung von Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen. Ursachen sind nicht nur gesetzliche Regelungen zur Produkthaftung und Produktsicherheit, sondern auch die wachsende Bedeutung des Qualitätsmanagements für Markenhersteller. Im High-End-Bereich ist zudem die Werbung mit objektiven Leistungsdaten ein wesentlicher Teil des Marketings. Nicht zuletzt arbeitet die Presse mit Steifigkeit als Vergleichswert in Tests.

Wenn also der Prüfbedarf steigt, wird es für Fahrrad- und Komponentenhersteller wirtschaftlich eventuell interessant, Tests schnell im eigenen Haus durchzuführen. EFBE bietet dafür die fahrradspezifische Prüftechnik.

Sofern die Sicherheitsnormen entsprechende Regelungen enthalten, sind die Prüfstände kompatibel zu ISO 4210 und zu den europäischen Normen EN 14764, 14766 und 14781. Sie erlauben darüber hinaus die Anwendung der verbesserten EFBE-Standards. Alle Prüfstände werden in Auftragsfertigung hergestellt.

Sie erhalten von uns folgende Prüfstände:

  • Ermüdungsprüfstände
  • Maximallast- und Überlast-Prüfstände
  • Steifigkeitsprüfstände
  • Bremsenprüfstand

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen: 20 Jahre EFBE-Prüfstände.
Unsere Prüfstände sind unsere Kernkompetenz und das Ergebnis aus über 20 Jahren Erfahrung sowie konsequenter Optimierung. Die Prüfstände sind als modulares System aufgebaut, das durch hochpräzise, servopneumatische Regelung eine lückenlos dokumentierte Kraft- und Wegmessung durchführt. So können wir 100%ig reproduzierbare und kostengünstige Ermüdungsprüfungen anbieten – an allen Werkstoffen in Leichtbaustrukturen. Dabei haben wir uns auch besonders in der Prüfung von Faserverbundwerkstoffen einen Namen gemacht.

EFBE Prüftechnik GmbH

Aktuelles von EFBE.

Wissenswertes über EFBE.

Mehr Sicherheit für Fahrräder.

Die EFBE Prüftechnik GmbH entwickelt seit 1995 neue Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Fahrräder und die zugehörige Prüftechnik. Unser Team aus Ingenieuren und Physikern verfügt über einschlägige Erfahrungen in den Bereichen Fahrradnormung, Prüfstandskonstruktion und PC-Mess- und Regeltechnik. Seit 1996 führt EFBE auch Fahrradprüfungen im Auftrag der Industrie oder der Medien durch.

EFBE setzt Standards.

Bereits 1986 war EFBE-Gründer Manfred Otto an der Weiterentwicklung der Fahrradsicherheitsnorm DIN 79100 durch innovative Prüfmethoden beteiligt. Aufgrund von Forschungsarbeiten und Entwicklungen der EFBE GmbH wurden neue Prüfmethoden, wie zum Beispiel die Wiegetritt-Rahmenprüfung, in die damalige DIN 79100 aufgenommen – eine Arbeit, die Marcus Schröder als Mitarbeiter des Normenausschusses fortsetzt. Auch die Europäischen Fahrradsicherheitsnormen und die neue ISO 4210 haben von der Arbeit unserer Firma profitiert. In Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Special Interest Magazinen werden bestehende Prüfverfahren ständig weiterentwickelt.

Know-how statt Mythen.

Bei der technischen Bewertung von Fahrrädern herrschen immer noch viele Mythen und Halbwahrheiten. Aus diesem Grund informieren wir seit vielen Jahren in Fachzeitschriften und Diskussionen offensiv über die Grundlagen der Fahrrad-(Prüf-)Technik. Wir glauben an methodisch sauberes, wissenschaftliches Vorgehen und validierte, transparente Prüfverfahren – Fakten statt Pseudowissenschaft.

Anforderungen an zeitgemäße Fahrradprüftechnik.

Führende Fahrrad- und Komponentenhersteller in Europa und Asien setzen auf EFBE-Prüfungen – und in zunehmenden Maße auf EFBE-Prüfstände in ihren Labors. In 20 Jahren ist EFBE zu einem de facto Industriestandard geworden, ein Standard, der den westlichen Herstellern die nötige Sicherheit gibt – und den asiatischen Produzenten die nötige Glaubwürdigkeit. Insofern sind wir ein bisschen stolz, dass wir nicht nur Dienstleistungen und Maschinen verkaufen, sondern, mehr noch, eine gemeinsame Plattform für Qualität und Vertrauen in der Fahrradindustrie schaffen. Die entscheidenden Punkte hierfür sind

  • reproduzierbare Ergebnisse,
  • transparente Methoden und
  • praxisgerechte Anforderungen.

Wissenswertes zu Materialien und Prüfstandards.

Unterschiedliche Werkstoffe haben unterschiedliche Stärken und Schwächen. Müssen Fahrradprüfungen das berücksichtigen, um Schwachstellen aufzudecken und Schäden im Feld zu vermeiden? Als Aluminium vor 30 Jahren als neues Material auf breiter Basis in der Fahrradwelt Einzug hielt und es zu ersten Schäden kam, führte dies sofort zu Strafprüfungen für Leichtmetallkomponenten. Ein Beispiel war die Lenkerprüfung in der alten ISO 4210, die für »Nicht-Eisen-Konstruktionen« fast 50% höhere Prüfkräfte vorsah, ein anderes die Impactprüfung für Gabeln, die bei Alu-Konstruktionen um mehr als 70% verschärft wurde.

Ähnliches gilt heute für Faserverbundwerkstoffe: Die geltenden EN- und ISO-Normen schreiben vor, dass z.B. bei der Ermüdungsprüfung an Rahmen aus Kohlenstofffasern bestimmte Spitzendurchbiegungswerte eingehalten werden müssen. An anderer Stelle finden wir spezielle Prüfanforderungen an Gabeln, die CFK-Elemente enthalten. Abgesehen davon, dass dies nicht die Werkstoffprobleme sind, die wir täglich beobachten: Wir sind der Auffassung, dass Prüfvorschriften nicht materialabhängig sein sollen. Warum? Klicken Sie bitte weiter.

1. Es ist nicht allein das Material, was zählt.

Die Werkstofffestigkeit einer Gabel beeinflusst deren Haltbarkeit nicht allein, sondern die Gesamtkonstruktion (Wanddicken, Querschnitte, Werkstoffe, Fügeverfahren, Wärmebehandlung, Eigenspannungen etc.). Zwar kann die Bewertung eines aufgetretenen Risses werkstoffabhängig sein, für Fahrradnormen spielt dies jedoch keine Rolle: ohne regelmäßige Rissinspektion wird das Auftreten von Rissen grundsätzlich nicht akzeptiert.

2. Vor der Prüfung sind alle gleich.

Dem Verbraucher kann es in letzter Konsequenz gleichgültig sein, aus welchen Materialien ein Bauteil besteht. Jedes Teil hat eine Funktion zu erfüllen, und nur diese Funktion ist es, die es zu prüfen gilt. Ein Grundsatz der Sicherheitsnormung lautet nicht umsonst: Funktionsanforderungen vor Konstruktionsvorgaben. Der Prüfling ist als Black Box zu betrachten, die definierten Anforderungen ausgesetzt wird, diese aber nicht beeinflusst.

3. Der Fortschritt macht auch vor Normen nicht halt.

Es liegt in der Natur von Normen, dass sie dem technischen Fortschritt folgen. Wir wissen nicht, ob die Fahrräder des Jahrgangs 2020 aus Nanotubes oder Keramik gebacken werden. Wir sind uns aber sicher, dass CFK dann ein alter Hut sein wird, wir über die heutigen Angstkriterien schmunzeln werden und die neuen Materialien neue Stärken und Schwächen mit sich bringen werden.

4. Prüfen, um zu verbessern – nicht um zu verhindern.

Sollten solche neuen Werkstoffe Schwächen zeigen, die mit bestehenden Prüfungen nicht hinreichend aufgezeigt werden, dann muss das Prüfprogramm rasch erweitert werden – aber für alle Prüflinge, ungeachtet des Werkstoffs und des Fertigungsverfahrens. Die Fahrradindustrie ist der Automobilindustrie um Jahre voraus, was innovativen Materialeinsatz und Leichtbau angeht. Wir sollten dieser Innovationsfähigkeit nicht mit verspäteten Schreckreaktionen im Wege stehen.

Erlkönige im Prüflabor.

Es gehört zu unseren Geschäftsprinzipien, dass Prüfergebnisse unserer Partner streng vertraulich behandelt werden. Gleichzeitig bemühen wir uns aber auch, ein Open Lab zu betreiben statt Geheimniskrämerei. Das heißt, fachkundige Besucher sehen, wie geprüft wird und was geprüft wird. Man findet hier möglicherweise zerbrochene Prüflinge der renommiertesten Marken, aber man erhält niemals die entscheidende Information, bei welcher Belastung das Versagen erfolgte. Und kaputt bekommt man bekanntlich alles …

Bei Erlkönigen, die nicht öffentlich gezeigt werden dürfen, kann der Auftraggeber eine kurze Notiz auf dem Prüfauftrag machen. In diesem Fall wird der Prüfling unter Verschluss gehalten.

Überlast: Impact oder definierte Kräfte?

Die TRI TEST Überlastprüfungen werden nicht als Impactversuch, sondern mit definierten Kräften durchgeführt – warum? Der Impactversuch mit definierter Fallenergie ist schließlich als Kerbschlagversuch bei Werkstoffprüfungen Standard. Und auch bei den Crash-Versuchen im Automobilbereich wird mit definierter (kinetischer) Energie gearbeitet.

Es sind zwei Gründe, die dafür sprechen, die Überlastversuche beim Fahrrad mit definierten Kräften durchzuführen: Erstens sind die Maximalkräfte beim Impactversuch nicht nur von der Steifigkeit des geprüften Bauteils abhängig (was erwünscht ist!), sondern u.a. auch von der (endlichen) Steifigkeit der Einspannung. So ist es z.B. nicht korrekt, wenn nach DIN EN 14766 die Gabel-Stoßprüfung 4.9.5.1 (in fester Einspannung) alternativ auch nach 4.8.2 (im Rahmen eingebaut) durchgeführt werden kann. Die auftretenden Maximalkräfte können sich gravierend unterscheiden. Gabeln, die bei fester Einspannung versagen, können im Rahmen eingebaut ohne weiteres bestehen.

Zweitens ist das Massenverhältnis Fahrer/Fahrzeug völlig anders als beim Kraftfahrzeug. In Extremsituationen sind die Kräfte auf das Bauteil dadurch begrenzt, dass der Fahrer die Verzögerungskräfte, die bei extremen Sprüngen oder Kollisionen auftreten, mit seinen Beinen und Armen durchstehen muss.

Zulässiges Fahrergewicht?

Immer wieder werden wir gefragt, welches Fahrergewicht wir bei unseren Prüfungen zugrunde legen. Beim Ermüdungsverhalten von Fahrradbauteilen spielt das Fahrergewicht neben

  • der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • der km-Fahrleistung
  • der Fahrbahnbeschaffenheit
  • dem Federungssystem und
  • dem individuellen Fahrstil
eine eher untergeordnete Rolle. Man kann leider nur pauschal empfehlen, bei Rahmen und Bauteilen für Fahrer über 100 kg »Top Performance M« Anforderungen zu wählen. Auf diesem Niveau sollte es keine gewichtsbedingten Ermüdungsprobleme mehr geben.

Bei der Maximallastprüfung einer Vollbremsung kann man etwas genauere Gewichtsangaben machen. Hier haben wir bei unseren Empfehlungen für Gabeln bzw. Rahmen-Gabel-Einheiten folgende Gewichte zugrunde gelegt:

  • 100 kg Fahrergewicht
  • 10 kg Fahrradgewicht (Rennrad) bzw. 15 kg (MTB und Trekking-/Cityrad)
  • 25 kg ggf. HR-Gepäckbelastung
Bei Fahrern mit höherem Gewicht oder bei tief angekoppelten Anhängern müssen höhere Anforderungen gestellt werden.